Ich habe meinen Tauchschein mit 18 Jahren gemacht. Heute bin ich 33, und in diesen 15 Jahren bin ich nur einmal tauchen gewesen - letztes Jahr in Indonesien. Wieder tauchen zu gehen hat eine Tür geöffnet, die lange verschlossen war. Als sich dann die Gelegenheit bot, in Porto Santo zu tauchen, hätte ich kaum begeisterter sein können! Ich kannte den Ruf dieser Insel für diese Aktivität und hatte keine Zweifel daran, dass das Erlebnis unglaublich sein würde.
Damit ihr ein bisschen von diesem Tag mit mir miterleben könnt: Der Sonnenaufgang war wunderschön - ganz anders als vorhergesagt - und das Meer lag ruhig da. Alles war perfekt aufeinander abgestimmt, damit mein Wiedersehen mit der Unterwasserwelt unvergesslich wird.
Ich bin mit einer angenehmen Aufregung aufgewacht und konnte es kaum erwarten, den Anzug anzuziehen, die Weste zu justieren und das „leichte“ Gewicht der Flaschen auf dem Rücken wieder zu spüren. Allerdings war das alles nicht mehr so vertraut für mich, daher auch die Nervosität. Aber egal, ich wusste, dass ich in guter Gesellschaft sein würde.

Ich machte mich auf den Weg zum Clube Naval do Porto Santo, wo das Team vom Cipreia Dive Club mich schon gut gelaunt erwartete. Alle, die ich dort traf, waren unglaublich nett zu mir, und Susana begleitete mich vom Anfang bis zum Ende des Tauchgangs. Dieses leichte Nervenflattern, das einen überkam, bevor man ohne große Erfahrung ins Wasser tauchte, verflog schnell.

So machten wir uns auf den Weg zum heutigen Tauchplatz: Cabeço do Poio. Lasst euch nicht vom ungewöhnlichen Namen täuschen - der Ort ist wunderschön und gehört zu den bekanntesten Tauchplätze auf Madeira. Er liegt in der Nähe der Ilhéu de Cima, genau wie viele andere Tauchplätze in Porto Santo. Es war wunderschön, die Veränderung des Blautons des Wassers zu sehen, seit wir den Hafen verlassen hatten - bis zur Ilhéu, die tatsächlich „ganz nah“ war, nur etwa 10 Minuten Bootsfahrt entfernt. Cabeço do Poio ist perfekt für Taucher wie mich, die nicht so viel Erfahrung haben. Es ist ein relativ leichter Tauchplatz mit felsigen Blöcken, die von Leben bedeckt sind und eine fast mondähnliche Landschaft bilden. Die Tiefen variieren zwischen 15 und 28 Metern. Obwohl es in dieser Gegend etwas Wellengang gab, war die Sicht an diesem Tag einfach surreal - über 30 Meter kristallklares Blau erwarteten uns.

Das Briefing war sehr einfach und klar, und das Team vom Cipreia Dive Club war unglaublich geduldig mit mir. Susana hat mir empfohlen, eine Haube zu tragen, weil das Wasser kalt war, aber ich dachte, das wäre nicht nötig - ich war ja am Tag zuvor schon im Wasser und fand es völlig in Ordnung. Als wir alle vom Boot sprangen, merkte ich sofort. dass ich einen Fahler begangen hatte: Ja, hier war das Wasser deutlich kälter als am Strand! Aber trotzdem war die Begeisterung, im Wasser zu sein, größer als die Kälte, also war es gut auszuhalten!
Nach und nach verstummte das Geräusch an der Oberfläche und wurde ersetzt durch jene tiefgründige, flüssige Stille, in der sogar der Herzschlag sich dem Rhythmus des Meeres anpassen muss.

Für mich fühlt sich Tauchen an, als würde ich fliegen. Jedes Mal, wenn ich tauche, frage ich mich, warum ich so lange damit aufgehört habe - und habe sofort wieder Lust, es öfter zu tun. Was für ein unglaubliches Gefühl von Frieden und Verbundenheit mit der Welt um uns herum. Obwohl ich bei einigen Grundfähigkeiten, wie dem Halten der Tarierung, ein paar Schwierigkeiten hatte, hat das die Erfahrung, unter Wasser zu sein und von dem typischen Blau des Madeira-Archipels umgeben zu sein, keineswegs geschmälert.




