Porto Santo: 7 Dinge, die Sie vielleicht noch nicht über die goldene Insel wussten

Von therapeutischem Sand bis zu vulkanischen Landschaften: Entdecken Sie Geschichten und Besonderheiten, die eine andere Seite von Porto Santo zeigen.
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Madeira. Genau Deins
Datum:
Okt. 29, 2026
Lesezeit:
-min

Wenn man an Porto Santo denkt, kommen einem meist zuerst der lange goldene Strand und das blaue Meer entlang der Küste in den Sinn. Doch wer den Strand für einen Moment hinter sich lässt, merkt schnell, dass die Insel noch viele andere Geschichten zu erzählen hat. Sie stecken in den Steinmauern, die die Weinberge schützen, in einem typischen Rezept, das auf der Insel entstanden ist, in den Spuren von Christoph Kolumbus und in den Felsformationen, die vom vulkanischen Ursprung Porto Santos zeugen. Manche Besonderheiten sind für alle sichtbar. Andere entdeckt man, wenn man die Insel in Ruhe erkundet und genauer hinsieht.

Kommen Sie mit und entdecken Sie sieben Dinge, die Sie vielleicht noch nicht über Porto Santo wussten.

1. Der Sand von Porto Santo wird auch für Wellnessbehandlungen genutzt

Der Strand ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Porto Santos. Doch der feine, goldene Sand hat eine besondere Eigenschaft: Er kann Wärme speichern und Mineralien freisetzen, wenn er mit dem Hautschweiß in Kontakt kommt. Deshalb gilt der Sand von Porto Santo als therapeutisch und wird bei der Psammotherapie zur Behandlung rheumatischer, orthopädischer und entzündlicher Beschwerden eingesetzt.

Seine biogene Zusammensetzung ist eng mit der Naturgeschichte des Archipels verbunden. Viele Sandkörner stammen aus Muschelfragmenten und kalkhaltigen Algen – Überreste des früheren Meereslebens in der Region. Die Landschaft am Strand, die heute zu entspannten Spaziergängen einlädt, bewahrt so auch eine geologische Erinnerung an den Meeresboden. Wohlbefinden beschränkt sich hier jedoch nicht auf Behandlungen. Barfuß am Wasser entlangzugehen, den Blick über den Horizont schweifen zu lassen oder einen Tag zwischen Strand und Meer zu verbringen, kann ein idealer Ausgleich zum Alltagsstress sein.

2. Die Weinreben wachsen nah am Boden und sind durch Croché-Mauern geschützt

Wer die Küste verlässt und das Inselinnere erkundet, entdeckt weitere Zeugnisse der Geschichte Porto Santos: die Weinberge und ihre kleinen Steinmauern.

Der traditionelle Weinbau der Insel hat sich an anspruchsvolle Bedingungen angepasst, darunter auch an die starken Winde. Deshalb werden die Reben bodennah gezogen und durch niedrige, trocken aufgeschichtete Steinmauern geschützt, die vor Ort als muros de croché bekannt sind. Ohne Mörtel gebaut, schirmen sie die Pflanzen ab und schaffen günstigere Wachstumsbedingungen. In den Dünengebieten helfen sie außerdem, den Sand zurückzuhalten. Diese Mauern sind mehr als eine landwirtschaftliche Lösung: Sie gehören zum Landschaftsbild und zeigen, wie die Menschen im Laufe der Zeit Wege gefunden haben, das Land im Einklang mit den Besonderheiten der Insel zu bewirtschaften.

3. Bolo do Caco stammt ursprünglich aus Porto Santo

Heute ist bolo do caco im gesamten Madeira-Archipel bekannt. Seinen Ursprung hat das traditionelle Brot jedoch auf Porto Santo.

Das Rezept soll entstanden sein, um übrig gebliebenen Brotteig weiterzuverwenden. Statt ihn im Ofen zu backen, legte man den Teig auf eine erhitzte Basaltplatte, die caco genannt wurde. Daher stammt der Name des traditionellen Fladenbrots. Die heute bekannte madeirische Variante enthält Süßkartoffeln, die dem Brot seine weiche Konsistenz verleihen.

Noch warm und oft mit Knoblauch-Petersilien-Butter serviert, gehört Bolo do Caco inzwischen ganz selbstverständlich auf den Tisch. Es passt zu einer Mahlzeit oder schmeckt auch allein als kleiner Imbiss. Eine Scheibe auf Porto Santo zu probieren, bedeutet zugleich, ein Stück Inselgeschichte zu entdecken. Und manche sagen, dass Bolo do Caco hier besonders gut schmeckt.

4. Porto Santo ist ein UNESCO-Biosphärenreservat

2020 wurden die Insel Porto Santo und die umliegenden Inselchen als UNESCO-Biosphärenreservat anerkannt. Diese Auszeichnung würdigt den Naturreichtum Porto Santos und das Zusammenspiel seiner Ökosysteme mit der lokalen Gemeinschaft und den menschlichen Aktivitäten.

Das Reservat umfasst Lebensräume an Land, an der Küste und im Meer. Es schließt daher weit mehr ein als den bekanntesten Strand: Auch die Inselchen, Dünengebiete, Felslandschaften und Lebensräume, die die Artenvielfalt der Insel erhalten, gehören zu diesem Naturerbe.

Die UNESCO-Anerkennung macht auf ein wichtiges Gleichgewicht aufmerksam: die Natur zu bewahren und zugleich die lokale Kultur zu würdigen sowie eine nachhaltige Entwicklung der Gemeinschaft zu unterstützen. Für Besucherinnen und Besucher ist sie eine Einladung, die Insel jenseits ihrer meistfotografierten Orte kennenzulernen und die Vielfalt der Landschaften auf einem vergleichsweise kleinen Gebiet zu entdecken.

5. Christoph Kolumbus soll auf Porto Santo gelebt haben

Die Geschichte Porto Santos ist eng mit Christoph Kolumbus verbunden. Nach seiner Heirat mit Filipa Moniz, der Tochter von Bartolomeu Perestrelo, dem ersten Donatarkapitän der Insel, soll der Seefahrer in dem Gebäude gelebt haben, in dem sich heute die Casa Colombo – das Museum von Porto Santo befindet.

Im Museum erfahren Sie mehr über diese Verbindung und den historischen Kontext der portugiesischen und spanischen Expansion auf dem Seeweg. An Kolumbus’ Aufenthalt auf der Insel erinnert jedes Jahr im September das Colombo-Festival. Konzerte, Inszenierungen und ein Markt im Stil des 16. Jahrhunderts lassen die Atmosphäre des Zeitalters der Entdeckungen wiederaufleben und laden Einheimische und Gäste zu einer Reise in die Vergangenheit ein.

6. Der Golfplatz wurde von Severiano Ballesteros entworfen

Der Porto Santo Golf Club wurde vom spanischen Golfer Severiano Ballesteros entworfen und im Oktober 2004 eröffnet. Der 18-Loch-Platz führt quer über die Insel und bietet Ausblicke auf die Nord- und Südküste.

Der Platz verbindet zwei ganz unterschiedliche Landschaften. Im Süden gehören Seen zu einem anspruchsvollen Layout, das lange und präzise Schläge verlangt. Im Norden verläuft der Platz entlang von Basaltklippen und führt die Spielenden nahe an eines der markantesten Zeugnisse der Inselgeologie heran: die vulkanischen Felsformationen.

Eine Golfrunde ist damit auch eine besondere Art, Porto Santo kennenzulernen. Zwischen den Schlägen verändert sich die Landschaft und gibt den Blick auf das Meer, die Felsen und die entspannte Atmosphäre der Insel frei.

7. Gipfel voller Festungen und Legenden

Zwei der eindrucksvollsten Orte im Inselinneren sind der Pico do Castelo und der Pico de Ana Ferreira. Beide bieten besondere Ausblicke und geologische Formationen – und jeder erzählt seine eigene Geschichte.

Auf 437 Metern Höhe eröffnet der Aussichtspunkt Pico do Castelo einen weiten Blick über die Insel, die Bucht und einige der umliegenden Inselchen. Auf dem Gipfel befinden sich die Überreste einer kleinen Festung aus dem 16. Jahrhundert, die zum Schutz der Bevölkerung vor den häufigen Überfällen französischer Piraten errichtet wurde. Einige der Kanonen sind dort bis heute zu sehen.

Der 283 Meter hohe Pico de Ana Ferreira, cist für seine prismatischen Säulen bekannt, die im Volksmund „Klavier“ genannt werden, obwohl sie eher an Orgelpfeifen erinnern. Die Formationen entstanden vor Tausenden von Jahren durch vulkanische Aktivität und das langsame Abkühlen des Magmas.

Der Name des Gipfels ist mit einer lokalen Legende verbunden. Der Überlieferung nach soll die Höhle in der Gegend der unehelichen Tochter von König João II. als Versteck gedient haben. Dort habe sie fern der Bevölkerung und geschützt vor Piratenangriffen gelebt. Ihr wurden außerdem verborgene Kräfte nachgesagt, die sich von der Höhle aus bemerkbar gemacht haben sollen. Die Geschichte gehört zur lokalen Folklore und verleiht einer ohnehin von Geologie und Geschichte geprägten Landschaft eine sagenhafte Dimension.

Eine Insel, die sich nach und nach erschließt

Der Strand mag der erste Grund für einen Besuch auf Porto Santo sein, aber er muss nicht der einzige bleiben. Zwischen Meer und Inselinnerem, Tradition und Natur gibt es viel zu entdecken. Manchmal genügt es, den Strand hinter sich zu lassen und einem anderen Weg zu folgen.

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